Paul Klee, das Auge, 1938, 315 (T 15), Zentrum Paul Klee, Bern, Leihgabe aus Privatbesitz. -
Paul Klee, das Auge, 1938, 315 (T 15), Zentrum Paul Klee, Bern, Leihgabe aus Privatbesitz.
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05.11.2005 - 27.11.2005

Forum

Paul Klee und seine Krankheit

Ausstellung der Medizinischen Fakultät der Universität Bern. Das 200-Jahr-Jubiläum der Medizinischen Fakultät der Universität Bern fällt in das Eröffnungsjahr des Zentrum Paul Klee. Klees Krankheit, die Sklerodermie, hat das Spätwerk des Künstlers (1879–1940) deutlich beeinflusst.

1935 erkrankte Paul Klee schwer an einer rätselhaften Krankheit. Hautveränderungen und Erkrankungen der inneren Organe traten auf. Erst 14 Jahre nach seinem Tod erschien in der Fachliteratur erstmals die Krankheitsbezeichnung «Sclerodermie». Diese Diagnose blieb aber hypothetisch, da sie sich auf keine ärztlichen Aufzeichnungen stützen konnte.

Paul Klee gelang es, das schwere Leiden kreativ zu verarbeiten. Auf höchst beeindruckende Weise schuf er in den fünf Krankheitsjahren ein umfangreiches Spätwerk, das sich stark von seinem früheren Schaffen unterscheidet und in dem sich Schicksal und Leiden widerspiegeln. Mit Stift und Feder hielt er in vielen umrissartigen Zeichnungen seine Verfassung, seine Not, Angst, aber auch seine Zuversicht und Hoffnung tagebuchartig fest. Es ist beeindruckend, dass der Maler in seiner Leidenszeit auch immer wieder humorvolle Nuancen in seine farbintensiven Bilder einspielte.