Zentrum Paul Klee
Bern
05/09/14—11/01/15
Antony Gormley.
Expansion Field
Paul Klee, der blühende Garten, 1930, 199 (D 9), Zentrum Paul Klee, Bern, Leihgabe aus Privatbesitz -
Paul Klee, der blühende Garten, 1930, 199 (D 9), Zentrum Paul Klee, Bern, Leihgabe aus Privatbesitz
Bild 1/
17.05.2008 – 31.08.2008

In Paul Klees Zaubergarten

Eine Ausstellung im Rahmen von Jenseits von Eden. Eine Gartenschau. Ausstellungen, Installationen und Events verwandeln das gesamte Haus mitsamt Umschwung in einen dynamischen Themenpark, der Innenräume und Aussenflächen in ebenso spannungs- wie wechselvolle Bezüge setzt.

Die Darstellung von Gärten und Parks, die Auseinandersetzung mit Wachstum und Morphologie der Pflanzen nehmen einen breiten Raum im Schaffen Paul Klees ein. Das Naturstudium – die «Zwiesprache mit der Natur», wie er selbst formulierte – war für Klee ein Grundsatz; der Künstler war für ihn als «Mensch, selber Natur und ein Stück Natur im Raume der Natur». Die Ausstellung In Paul Klees Zaubergarten macht den Facettenreichtum von Klees künstlerischer Auseinandersetzung mit Pflanzen und Gärten und seine vielseitigen, bald analytisch objektiven, bald radikal subjektiven Annäherungsweisen erlebbar. Dabei wird die Bedeutung der räumliche Nähe zur Natur anschaulich: die Umgebung von Bern, die der junge Künstler als Rückzugsraum und Ort einer halluzinatorischen Naturerfahrung entdeckte; die Gärten und Parks, die seinen wechselnden Ateliers benachbart waren: der Englische Garten in München, der Ilmpark in Weimar, der Park von Wörlitz in der Nähe von Dessau; die Gärten von St. Germain und Hammamet, die er 1914 während seiner Reise mit Macke und Moilliet nach Tunesien sah.

Die Ausstellung thematisiert Klees Beschäftigung mit der Struktur und Morphologie von Pflanzen, mit Wachstums- und Verwandlungsprozessen in der Natur. Auf seinen Reisen pflückte Klee Pflanzen, bewahrte sie sorgsam in eigens dafür hergestellten Rähmchen und Kästchen auf oder vereinte sie in einem Herbarium. Die analytische Auseinandersetzung mit der Natur findet ihren Niederschlag in frühen Zeichnungen aus Klees Schulheften zur Botanik, in Herbarblättern und Fundstücken aus der Natur, in Aufzeichnungen aus dem Bauhausunterricht – aber auch in zahlreichen künstlerischen Werken.Eine besondere Bedeutung im künstlerischen Denken und Schaffen Klees kommt dem Baum als Idealtypus des pflanzlichen Wachstums und als Metapher für die Entstehung des Kunstwerks zu. Anahand ausgewählter Beispielen macht die Ausstellung die inhaltliche und darstellerische Vielfalt dieses Motivs in Klees Schaffen anschaulich.

Die «Zwiesprache» mit der Natur war für Klee Voraussetzung für die Erschaffung imaginärer Pflanzenwelten, gleichsam parallel zur Natur. Seine Gärten sind Produkte der künstlerischen Phantasie, zauberhaft und verträumt, exotisch befremdlich, zuweilen auch bedrohlich. Sie weisen weit über die Vorstellung einer beschaulichen Blumenidylle hinaus. Aus der grenzenlosen Vielfalt seiner Bilderfindungen und Bildtitel entsteht ein botanisches Panoptikum. Nicht selten weisen die Pflanzen anthropomorphe Züge auf, sind Wesen mit Physiognomien und Gefühlen. Damit werden Klees Gärten auch zu Schauplätzen und zu Bühnen für die Akteure eines «Botanischen Theaters». Der Reichtum dieser imaginären Pflanzenwelt wird in der Ausstellung fassbar in Werkgruppen mit phantastischen Felsen-, Obst- und Blumengärten, orientalischen, tropischen oder mythologischen Gärten, Lust- und Zaubergärten.