Zentrum Paul Klee
Bern
05/09/14—11/01/15
Antony Gormley.
Expansion Field
Gentile Bellini, Sultan Mehmet II, 1480, National Gallery, London -
Gentile Bellini, Sultan Mehmet II, 1480, National Gallery, London
Bild 1/
07.02.2009 - 24.05.2009

Auf der Suche nach dem Orient. Von Bellini bis Klee

Die Werkschau bildet den Auftakt einer dreiteiligen Ausstellungsreihe zum Thema Orient, die mit den Folgepräsentationen Traum und Wirklichkeit. Zeitgenösssische Kunst aus dem Nahen Osten und Paul Klee. Teppich der Erinnerung ergänzt und abgeschlossen wird. 

Die Reihe thematisiert die Beziehung zwischen Okzident und Orient und ihre reiche kunst- und kulturhistorische Geschichte. Zugleich reflektiert sie die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit, in welche diese Beziehung im Kontext der gegenwärtigen politischen Konstellationen gerückt ist. Die unterschiedliche künstlerische Beschäftigung mit Fragen von kultureller Identität und Differenz steht im Zentrum der drei Ausstellungen.

Die zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Thema macht ein Blick zurück in ihrer historischen Perspektive fassbar: Den Ausgangspunkt der ersten Ausstellung bilden kultur- und kunstgeschichtliche Exponate und Kunstwerke aus der Blütezeit der islamischen Kultur und Wissenschaft. Weitere Exponate nehmen Bezug auf das Verhältnis zwischen Okzident und Orient während der Kreuzzüge und dem Aufkommen des west-östlichen Handelsverkehrs, unter besonderer Berücksichtigung des Handels- und Kunstzentrums Venedig – als ein Highlight aus dieser Zeit zeigt die Ausstellung Gentile Bellinis berühmtes Gemälde «Sultan Mehmet II» von 1480. Mit dem 18. Jahrhundert wird der Orient zur exotischen Projektionsfläche westlicher Imaginationen: In der Ausstellung wird die Orientbegeisterung der Maler – ausgehend von  Künstlern wie Jean-Etienne Liotard über Maler des 19. und 20 Jahrhunderts wie Eugène Delacroix oder Gustave Guillaumet bis hin zu Henri Matisse - anschaulich. Die Faszination und Attraktion, die der Orient auf die Maler Europas ausübte, bereitet das Terrain für den Klee-spezifischen Teil der Ausstellung, mit der berühmten Tunis-Reise Klees im Frühling 1914 als Höhepunkt - sie wird durch eine repräsentative und hochkarätige Auswahl an Klee-Werken zum Herzstück der Ausstellung. Ergänzt wird diese Werkauswahl durch schriftliche Dokumente und Fotografien, die einen spannenden Einblick in die Auseinandersetzung der drei Künstler mit der arabischen und muslimischen Kultur ermöglichen, sowie durch Bilder von Klees Reisegefährten August Macke und Louis Moilliet.

Damit bietet die Ausstellung Auf der Suche nach dem Orient. Von Bellini bis Klee die einmalige Gelegenheit, Klees Werke im Dialog mit Gemälden und kunstgeschichtlichen Exponaten vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert zu sehen.

Konzipiert in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Landsmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster.