Ausstellungsraum - © M. Stollenwerk
Ausstellungsraum
© M. Stollenwerk
Bild 1/
15.10.2010 – 20.02.2011

Lust und Laster. Die 7 Todsünden von Dürer bis Nauman

Eine Zusammenarbeit des Zentrum Paul Klee und des Kunstmuseum Bern.

Das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum Bern widmen den sieben Todsünden eine umfassende Ausstellung, welche die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema vom Mittelalter bis in die Gegenwart adäquat dokumentieren soll. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, welche Relevanz der Sündenbegriff in der heutigen Gesellschaft noch hat und wie unsere Kultur die Umwertungen begründet.

Trotz der Säkularisierung der Gesellschaft und dem schwindenden Einfluss der christlichen Moraltheologie ist das Konzept der Todsünden auch heute noch hochaktuell, wie der Hollywoodfilm «Seven» (1996) von David Fincher oder Kunstwerke wie «Vices and Virtues» (1983-1988/2008) von Bruce Nauman belegen.

Von den «sieben Todsünden» spricht erstmals Papst Gregor I. (ca. 540–604). Er bezeichnet damit sieben Seelenhaltungen, schlechte Charaktereigenschaften oder Laster, welche den Tod der Beziehung zwischen Mensch und Gott sowie unter den Menschen zur Folge haben: Superbia/Hochmut, Avaritia/Geiz, Invidia/Neid, Ira/Zorn,  Luxuria/Wollust, Gula/Völlerei, Acedia/Trägheit.

Die Haltung der Gesellschaft zu den einzelnen Lastern ist in neuerer Zeit ambivalent geworden: Habgier, Neid oder Völlerei (in Form von Konsumismus) werden zu Triebfedern des kapitalistischen Wirtschaftssystems, die Wollust in Form von sexueller Promiskuität hat in weiten Kreisen der Erlebnisgesellschaft ihren negativen Beigeschmack verloren. Dabei sind aber gegenläufige Tendenzen zu beobachten: die Habgier der Manager wird als Abzockermentalität, das Konsumverhalten der Wegwerfgesellschaft als oberflächlich und sinnentleert gegeisselt.

Kuratorenteam: Fabienne Eggelhöfer (ZPK), Claudine Metzger (KMB), Samuel Vitali (KMB)

KATALOG: Katalog in Deutsch mit Texten von Fabienne Eggelhöfer, Christine Göttler, Claudine Metzger, Monique Meyer, Barbara Müller, Gerhard Schulze, Samuel Vitali. Ca. 380 Seiten, 280 Abb.