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Das Konzept für die Präsentation der Sammlung

Das vorliegende Konzept formuliert Kriterien für die Präsentation der Kunstwerke von Paul Klee in der offenen Architektur des Zentrum Paul Klee.

Monografisch
Die Sammlungspräsentation zeigt ausschliesslich Werke von Paul Klee und zielt darauf, die Stimmungslagen in seinem Gesamtwerk sichtbar zu machen. Zu diesem Zweck werden künstlerische Themen in einen chronologisch übergreifenden Zusammenhang gestellt. Ausgewählte Werkgruppen visualisieren Klees künstlerische Entwicklungsstufen.

Interdisziplinär
Die Sammlungspräsentation möchte die Komplexität im interdisziplinären Denken von Paul Klee vermitteln. Sein Werk setzt sich intensiv mit Aspekten von Sprache, Theater und Musik auseinander. Es thematisiert Architektur, Technik, Zeitgeschichte und Schöpfungsgeschichte und setzt sich mit naturwissenschaftlichen, philosophischen und psychologischen Ebenen auseinander. Die Erkenntnisse, die Klee aus seinen theoretischen und pädagogischen Schriften gewann, fanden in seiner Kunst eine konkrete Umsetzung.

Über Einzelwerke, Gruppierungen und Sequenzen fördert die Sammlungspräsentation das Verständnis für Klees vielschichtige Arbeit und den Zugang zu seinem künstlerischen Denken.

Topografisch
Das architektonische und gestalterische Layout der Sammlungspräsentation interpretiert eine bildliche und sprachliche Metapher im künstlerischen Denken von Paul Klee: Ausgehend von seinem Verständnis der „Topografie“ werden in der Sammlung Haupt- und Nebenwege, Zentren und Seitenbereiche, Vernetzungen und Vereinzelungen, Bewegungen und Gegenbewegungen, Dynamik und Ruhe, Ordnung und Rätselhaftigkeit sichtbar gemacht und in einen Dialog gesetzt.

Architektonisch
Die Grundidee der Offenheit bestimmt sowohl die Innenarchitektur des Orts als auch die Präsentation des Kleeschen Werks. Damit stehen die Sammlungspräsentation und die Zentrumsarchitektur von Renzo Piano in direkter Beziehung zueinander.

Kulissenartig freigestellte Ausstellungswände bilden offene räumliche Einheiten. So können die ausgestellten Werke von Paul Klee aus der Nähe und aus der Distanz betrachtet werden. Das Raumkonzept selbst geht von einer Mittelachse aus, die sich ausgehend vom Eingang in die Sammlung fächerartig und bedingt symmetrisch ausweitet, um in der Mitte des Raums eine zentrale Position einzunehmen.

Dramaturgisch
Das kulissenartige, offen gestaltete Raumkonzept versteht sich als „Bühne“ für eine dramaturgisch inszenierte Präsentation von Paul Klees künstlerischem Werk und dessen Kontext.

Unterschiedliche Beleuchtungstechniken verweisen innerhalb des Raumes auf die einzelnen Themenbereiche. Wo etwa bestimmte Werke besonders betont werden, wird für die hoch lichtempfindlichen Arbeiten auf Papier in den kammerartigen Zonen eine gedämpfte, indirekte Beleuchtung eingesetzt.

Rotierend
Kleinräumige Zonen in den Seitenbereichen ermöglichen die intime Präsentation der empfindlichen zeichnerischen und grafischen Arbeiten von Paul Klee. Inhaltliche Überlegungen und restauratorische Vorgaben fordern halbjährlich eine neue Konzeption und Variation der Präsentationseinheiten. Die regelmässige Rotation ermöglicht es, auch weitgehend unbekannte Einzelwerke und Werkgruppen von Paul Klee der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Gesamtcharakter der Sammlungspräsentation erhält durch die Rotation ihrer Teilbereiche eine pulsierende Wirkung, eine sich immer wieder erneuernde Dimension.

Integration des literarischen Werks
Nebst der Konzentration auf das künstlerische Schaffen integriert die Sammlungspräsentation auch die Sprachkunst und das literarische Werk von Paul Klee. In Zusammenarbeit mit Künstlern und Grafikern und in Bezug auf die ausgestellten Werke bieten Kurztexte, Aphorismen, Sentenzen und poetische Passagen von Paul Klee sowie zeitgenössische Positionen zu Paul Klee (Rémy Zaugg) an den Seitenwänden und sozusagen als „Wandbilder“ zusätzliche Impulse für die vertiefte Auseinandersetzung mit Paul Klee.

Ziel
Die frische, teilweise auch ungewöhnliche Sicht auf Paul Klee stellt die ungebrochene Aktualität des Künstlers in den Vordergrund und legt die Grundlagen für eine auf das Hier und Jetzt ausgerichtete Rezeption und Vermittlung seiner Kunst.



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Weitere Informationen
Konservatorische und konzeptionelle Hinweise zur Sammlungspräsentation
  © 2008, Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3, Postfach 3000 Bern 31, Tel. +41 (0)31 359 01 01, Fax +41 (0)31 359 01 02, E-Mail:
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