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In Paul Klees Zaubergarten

Bis 31.8.2008

Eine Ausstellung im Rahmen von
"Jenseits von Eden. Eine Gartenschau"

Ausstellungen, Installationen und Events verwandeln das gesamte Haus mitsamt Umschwung in einen dynamischen Themenpark, der Innenräume und Aussenflächen in ebenso spannungs- wie wechselvolle Bezüge setzt. 
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"In Paul Klees Zaubergarten"
Kurator: Dr. Michael Baumgartner

Die Darstellung von Gärten und Parks, die Auseinandersetzung mit Wachstum und Morphologie der Pflanzen nehmen einen breiten Raum im Schaffen Paul Klees ein. Das Naturstudium – die „Zwiesprache mit der Natur“, wie er selbst formulierte – war für Klee ein Grundsatz; der Künstler war für ihn als „Mensch, selber Natur und ein Stück Natur im Raume der Natur“. Die Ausstellung "In Paul Klees Zaubergarten" macht den Facettenreichtum von Klees künstlerischer Auseinandersetzung mit Pflanzen und Gärten und seine vielseitigen, bald analytisch objektiven, bald radikal subjektiven Annäherungsweisen erlebbar. Dabei wird die Bedeutung der räumliche Nähe zur Natur anschaulich: die Umgebung von Bern, die der junge Künstler als Rückzugsraum und Ort einer halluzinatorischen Naturerfahrung entdeckte; die Gärten und Parks, die seinen wechselnden Ateliers benachbart waren: der Englische Garten in München, der Ilmpark in Weimar, der Park von Wörlitz in der Nähe von Dessau; die Gärten von St. Germain und Hammamet, die er 1914 während seiner Reise mit Macke und Moilliet nach Tunesien sah.

Die Ausstellung thematisiert Klees Beschäftigung mit der Struktur und Morphologie von Pflanzen, mit Wachstums- und Verwandlungsprozessen in der Natur. Auf seinen Reisen pflückte Klee Pflanzen, bewahrte sie sorgsam in eigens dafür hergestellten Rähmchen und Kästchen auf oder vereinte sie in einem Herbarium. Die analytische Auseinandersetzung mit der Natur findet ihren Niederschlag in frühen Zeichnungen aus Klees Schulheften zur Botanik, in Herbarblättern und Fundstücken aus der Natur, in Aufzeichnungen aus dem Bauhausunterricht – aber auch in zahlreichen künstlerischen Werken.
Eine besondere Bedeutung im künstlerischen Denken und Schaffen Klees kommt dem Baum als Idealtypus des pflanzlichen Wachstums und als Metapher für die Entstehung des Kunstwerks zu. Anahand ausgewählter Beispielen macht die Ausstellung die inhaltliche und darstellerische Vielfalt dieses Motivs in Klees Schaffen anschaulich.
 
Die „Zwiesprache“ mit der Natur war für Klee Voraussetzung für die Erschaffung imaginärer Pflanzenwelten, gleichsam parallel zur Natur. Seine Gärten sind Produkte der künstlerischen Phantasie, zauberhaft und verträumt, exotisch befremdlich, zuweilen auch bedrohlich. Sie weisen weit über die Vorstellung einer beschaulichen Blumenidylle hinaus. Aus der grenzenlosen Vielfalt seiner Bilderfindungen und Bildtitel entsteht ein botanisches Panoptikum. Nicht selten weisen die Pflanzen anthropomorphe Züge auf, sind Wesen mit Physiognomien und Gefühlen. Damit werden Klees Gärten auch zu Schauplätzen und zu Bühnen für die Akteure eines „Botanischen Theaters“. Der Reichtum dieser imaginären Pflanzenwelt wird in der Ausstellung fassbar in Werkgruppen mit phantastischen Felsen-, Obst- und Blumengärten, orientalischen, tropischen oder mythologischen Gärten, Lust- und Zaubergärten.



Weitere Informationen
Führungen zur Ausstellung
Workshops zur Gartenschau
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Paul Klee, Herbarblatt, Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Familie Klee
Paul Klee, Herbarblatt, Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Familie Klee


Paul Klee, Ohne Titel (Einzelner Baum auf Hügel), 1895, Privatbesitz Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern
Paul Klee, Ohne Titel (Einzelner Baum auf Hügel), 1895, Privatbesitz Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern


Paul Klee, der blühende Garten, 1930, 199 (D 9), Zentrum Paul Klee, Bern, Leihgabe aus Privatbesitz
Paul Klee, der blühende Garten, 1930, 199 (D 9), Zentrum Paul Klee, Bern, Leihgabe aus Privatbesitz


  © 2008, Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3, Postfach 3000 Bern 31, Tel. +41 (0)31 359 01 01, Fax +41 (0)31 359 01 02, E-Mail:
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