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Die Ostermundiger Steinbrüche und der ehemalige Steinhauerplatz in der Waldeck (heute im Bereich der Gabelung Bernstrasse – Zentweg) waren eine wichtige Stätte für Paul Klees Schaffen in der Umgebung von Bern. Ihre Bedeutung als Inspirationsquelle für seine künstlerische Arbeit ist gross, vergleichbar etwa mit der Berner Altstadt, dem Mattequartier und dem Thuner See – oder, in erweitertem Kontext, mit den Landschaften in Norddeutschland, Sardinien, Korsika und Südfrankreich.
Dank der Bekanntschaft mit dem Bauunternehmer Alfred Bürgi (der Gatte der ersten Klee-Sammlerin Hanni Bürgi-Bigler), dessen Firma F. & A. Bürgi die Ostermundiger Steinbrüche pachtete, erhielt Klee wiederholt Gelegenheit, die Steinbrüche zu besuchen und vor Ort zu malen oder zu skizzieren. Ungefähr 20 seiner Werke haben die Steinbrüche oder den Steinhauerplatz als Inhalt. Weitere Blätter aus Klees Jugendzeit zeigen die nähere und weitere Umgebung, etwa den Ostermundiger Wald, Boll, Gümligen und Muri.
Klees Zeichnungen in den Steinbrüchen markieren eine wichtige Phase in der zeichnerischen Entwicklung des Künstlers: Die expressive, fast gestische Strichführung, die das grafische Werk Klees in den folgenden Jahren prägen wird, nimmt hier ihren Anfang. Jeder Strich dieser Zeichnungen aus den Jahren 1909 und 1910 erscheint belebt; die Linie als Bewegungsform, eines der zentralen Themen in der Kunst von Paul Klee, nimmt hier Gestalt an. Im Weiteren lässt sich an Hand von einigen, thematisch mit den Steinbrüchen in Verbindung stehenden Werken Klees der Übergang von der gegenständlichen Darstellung zur Abstraktion nachvollziehen – ein Thema, das auch von didaktischem Interesse ist.
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