Home | Presse | Kontakt | E-Postkarten | Sitemap |  
  Homepage ZPK    
Programm
Kindermuseum Creaviva
Business Center
Besucherinfo
Ueber uns
Paul Klee
 
Deutsch
English
Français
 
Vision und Auftrag
Die Architektur
Museumsstrasse
Die Umgebung
Newsletter
Medien
Medienmitteilungen 2009
Medienmitteilungen 2008
Medienmitteilungen 2006
Medienmitteilungen bis 2005
Pressebilder
Sponsoren und Gönner
Beteiligte, Partner
Organisation
Stellenangebote
Freiwilligenengagement
Aufrichtfest vom 1. Dezember 2003

01.12.2003

Auszug aus dem Vortrag von Andreas Marti, Direktor Zentrum Paul Klee (es gilt das gesprochene Wort)

Die zentrale Aufgabe des Zentrum Paul Klee besteht darin, das künstlerische, pädagogische und theoretische Werk Paul Klees sowie dessen Bedeutung im kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhang seiner Zeit wissenschaftlich zu erschliessen und den Besucherinnen und Besuchern anschaulich zu vermitteln.
 
Durch zeitgemässe Fragestellungen, durch neue wissenschaftliche Interpretationen und methodisch innovative Präsentationen will das Zentrum Paul Klee das kreative Potential Paul Klees als Impuls in die künstlerische und kulturelle Gegenwart einbringen. Den Besucherinnen und Besuchern sollen neue Zugänge erschlossen und Erfahrungen ermöglich werden, die zur intensiveren Auseinandersetzung mit Klee und zum Wiederkommen ins Zentrum Paul Klee motivieren.
 
Durch seine Aktivitäten etabliert sich das Zentrum Paul Klee als weltweites Kompetenzzentrum für die Erforschung und Vermittlung von Leben und Werk Paul Klees und dessen Wirkungsgeschichte. Um diese Ziele zu erreichen, entwickelt das Zentrum Paul Klee ein differenziertes Angebot an Ausstellungs- und Vermittlungsprogrammen, die sich an den Bedürfnissen von Besucherinnen und Besuchern unterschiedlicher Altersstufen, biografischer Voraussetzungen und kultureller Interessen orientieren.
 
Meine Damen und Herren
 
Der soeben vorgelesene Text steht in unserem Leitbild, das Sie in voller Länge in unserer neuen Broschüre abgedruckt finden. Die Ziele, an denen wir unsere Tätigkeit orientieren und die Mittel, die wir dafür einsetzen, sind nicht eine „interne“ Angelegenheit, sondern betreffen auch Sie – unsere Besucherinnen und Besucher. Deshalb kommunizieren wir unser Leitbild schon heute, und aus diesem Grund werden wir das Leitbild auch im Zentrum für das Publikum einsehbar machen. Wir müssen und wir wollen daran gemessen werden, wenn wir das Zentrum Paul Klee nicht für uns, sondern für ein Publikum betreiben wollen, das uns wichtig ist und das wir ernst nehmen.
 
In gut eineinhalb Jahren eröffnen wir das Zentrum Paul Klee. Wir bitten Sie um Geduld und Verständnis dafür, dass wir Sie heute noch nicht über alles detailliert informieren können. Die architektonische Idee und ihre Realisierung, von der Sie sich heute ein Bild machen können, wären aber, das ist sicher, nicht möglich gewesen ohne das Vorliegen präziser Vorstellungen bezüglich des künftigen Betriebs. Ausgangspunkte gab es zwei: Einerseits den Willen, Paul Klees Werk adäquat zu vermitteln, und andererseits die Vision von Prof. Maurice E. Müller und seiner Gattin Frau Martha Müller-Lüthi, im Schöngrün ein kulturelles Zentrum zu realisieren.
 
Entwicklung des Corporate Design, definitive Namengebung
Mit der Erarbeitung des Leitbildes sind die Entwicklung des Corporate Design und die definitive Namengebung einhergegangen. Wir haben ein knappes Dutzend ausgewählte Agenturen und Ateliers aus dem In- und Ausland im Rahmen von mehreren Präsentationen kennen gelernt und unter diesen unsere Partner für die Entwicklung des Corporate Design gefunden. Wir haben uns für das Büro Coande, Communication and Design aus Zürich entschieden, weil dessen Inhaber, Peter Vetter, unsere 14-köpfige Jury überzeugt hat und über ausgezeichnete internationale Referenzen verfügt. Das Logo beschreibt in stilisierter Form, was wir sehen, wenn wir auf das Gebäude zugehen. Den Standpunkt, der genau diesen Blick freigibt, werden wir auf dem Terrain markieren. Bewegung und Dynamik der Bildmarke erinnern an die Formensprache von Paul Klee. Die vier Farben, die aus Werken von Paul Klee abgeleitet sind, sollen auf spielerische und unaufdringliche Art die Vielfalt der Angebote des Zentrums bewusst machen.
 
Strategisches Marketingkonzept
Ausgehend vom Leitbild haben wir ein strategisches Marketingkonzept für das Zentrum Paul Klee entwickelt. Marketing darf nicht auf die Bedeutung von Verkaufsstrategie reduziert und deshalb in einer Kulturinstitution nur marginal berücksichtigt werden. Marketing ist viel mehr eine Denkhaltung – die gerade auch für Kulturinstitutionen immer wichtiger wird. Marketing bedeutet die Erreichung von Zielen durch Besucherbedürfnis konforme Planung, Durchführung und Kontrolle aller Aktivitäten. Marketing bedeutet, eine Besucherbedürfnis konforme Positionierung und Kommunikation der Angebote, und Marketing bedeutet Besucherbedürfnis konforme Preisgebung und Distribution. Das Zentrum Paul Klee will mit seinen Aktivitäten Bevölkerungskreise erreichen, die bislang nicht zu den regelmässigen Museumsgängerinnen und Museumsgängern zählten. Deshalb ist das Marketingkonzept eines der wichtigsten Grundlagenpapiere und gilt für das Zentrum als Ganzes.
 
Vermittlungs-Gesamtkonzept
Ergänzt wird das Marketingkonzept durch das Vermittlungs-Gesamtkonzept bzw. Inszenierungskonzept, in dem die Grundsätze für die Angebotsgestaltung festgeschrieben sind. Inszenierung ist das adäquate Mittel, um Sammlungspräsentationen, Wechselausstellungen, Veranstaltungen und didaktische Programme publikumsgerecht aufzubereiten und zu vermitteln. Wir wollen, dass sich unsere Gäste vom ersten bis zum letzten Kontakt im Zentrum Paul Klee wohl fühlen, um so optimale Rahmenbedingungen für die Kunstvermittlung zu schaffen. Nur wer sich physisch und emotional wohl fühlt, ist bereit, sich auf neue kulturelle Erlebnisse einzulassen und Erfahrungen zu machen – ganz zu schweigen vom Wunsch wiederzukommen. Inszenierung steht also auch für „Wohlfühlmanagement“ und das setzt das Vorhandensein eines übergeordneten dramaturgischen Konzepts bzw. Inszenierungskonzepts voraus.
 
Baulich-funktionales Herzstück
Das baulich-funktionale Herzstück des Zentrum Paul Klee ist der Raum im Erdgeschoss des Mittelhügels, dessen Fläche von insgesamt rund 1’700 Quadratmetern ganz der Präsentation von Leben und Werk Paul Klees gewidmet ist. Jeweils rund 300 Werke werden hier in wechselnden Präsentationen zu sehen sein. Mit Blick auf die Einmalbesucherinnen und Einmalbesucher zählen zu diesen ausgewählten Werken immer mehrere Highlights. Um das Universum Klee in seiner Vielschichtigkeit erkennbar zu machen und insbesondere das regionale Publikum zu binden, wird die Sammlungspräsentation andererseits regelmässig neu inszeniert. Als monographisches oder biografisches „Museum“ wird das Zentrum Paul Klee einer attraktiven Darstellung der Lebensgeschichte von Paul Klee grossen Stellenwert einräumen. Seine Bezüge zur Musik, zur Literatur und zur Kunstvermittlung sollen in ihrer Wechselbeziehung gerade auch in der Sammlungspräsentation erlebbar gemacht werden. Deshalb wird das Publikum hier die Möglichkeit haben, die Auseinandersetzung mit dem Original durch zusätzliche, elektronisch aufbereitete Informationen zu vertiefen, Musik zu hören, Filme zu sehen und sich über die Arbeitsweise von Paul Klee ein Bild zu machen.
 
800 Quadratmeter für Wechselausstellungen
Im Untergeschoss des Mittelhügels stehen gut 800 Quadratmeter für Wechselausstellungen zur Verfügung. Mit ihnen wollen wir ein Stammpublikum gewinnen und binden. Die erste Wechselausstellung wird der Geschichte unserer Sammlung und dem Werden des Zentrum Paul Klee gewidmet sein. Das Wechselausstellungsprogramm für die Jahre ab 2006 wird konzipiert und ist Gegenstand der Absprache mit dem Kunstmuseum Bern. Seit der ersten Stunde des Projekts ist es unsere erklärte Absicht, mit dem Kunstmuseum Bern zusammen zu arbeiten und das Wechselausstellungsprogramm gemeinsam zu planen. Sobald wir wissen, in welcher Form die beiden Häuser zusammengehen sollen, werden wir diese Fragen noch intensiver angehen können. Die Zusammenarbeit schafft für beide Häuser nicht nur grösseren Handlungsspielraum, sie generiert vor allem auch einen grösseren Nutzen für das Publikum.
 
Paul Klee und die Musik
Kaum ein zweiter Künstler wird so sehr mit Musik in Verbindung gebracht wie Paul Klee. Paul Klee spielte zeitlebens mit grossem Können Geige, wobei er sowohl als Interpret als auch als Zuhörer ein Repertoire an Meisterwerken vom Barock bis zur Romantik bevorzugte. Zur Musik, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts komponiert wurde, verband Paul Klee ein gespaltenes Verhältnis, und so erkannte er die Parallelitäten und die zum Teil direkten Verbindungen zu seinem Werk nicht, welche die Musik jener Zeit aufweist. Im Gegensatz dazu haben die bildnerischen Ideen Paul Klees auf zahlreiche Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts wie beispielsweise Pierre Boulez, Hans Werner Henze, Sandor Veress oder Jürg Wyttenbach stimulierend gewirkt.
 
Musikalische Programmgestaltung
Das Konzept für die musikalische Programmgestaltung des Zentrum Paul Klee haben wir, ausgehend von der Vision von Frau Martha Müller-Lüthi, in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste Bern erarbeitet. Es baut auf den vielfältigen Bezügen zwischen Leben und Werk Paul Klees und der Musik auf, will sich aber nicht auf die persönlichen Berührungspunkte Paul Klees mit der Musik beschränken. Die Programmgestaltung wird sich darüber hinaus auf der Ebene von verbindenden künstlerischen Aspekten wie Zeitgenossenschaft, Synästhesie, Heterogenität, Improvisation oder Miniatur bewegen. Das Zentrum Paul Klee will ein Musikprogramm anbieten, das in seiner Art einmalig und unverwechselbar ist und sich innerhalb der Musikszene Schweiz klar positioniert. Mit dem Musiksaal steht dem Zentrum eine ideale Bühne zur Verfügung, die auch Gastensembles aus dem In- und Ausland zur Verfügung steht.
 
Kindermuseum
Das Zentrum Paul Klee ist ein Ort der ästhetischen Bildung, ein Ort des lustvollen Lernens, ein Ort der Begegnungen und der Vermittlung von Kunst und Kultur. Ein zentrales Element der Vermittlung im Zentrum Paul Klee ist sein Kindermuseum. Sein Leiter, Herr Adrian Weber, hat im Oktober die detaillierte Konzeptarbeit aufgenommen. Ich zitiere aus seinen ersten Überlegungen: „Das Klee-Kindermuseum steht allen Menschen offen, die Kunst praktisch erfahren wollen. Voraussetzungen sind nicht ein bestimmtes Alter, sondern kindliche Neugier und die Lust, sich auf ein kreatives Spiel mit Paul Klee einzulassen. Ansätze seines didaktischen Erbes werden im Kindermuseum sinnlich erfahrbar gemacht. Deshalb nehmen die Betreuung von Schulklassen und die Weiterbildung von Lehrkräften einen besonderen Stellwert ein.
 
Das Klee-Kindermuseum besteht einerseits aus Wechselausstellungen, die den Zugang zur Kunst interaktiv und multimedial inszenieren. Andererseits stehen drei geräumige Atelierräume für die praktische Arbeit mit angemeldeten Gruppe oder Freizeit-Clubs zur Verfügung. Vom bildnerischen Gestalten ausgehend schafft das Kindermuseum interdisziplinäre Bezüge zu Musik, Literatur, Theater, Tanz, Architektur, aber auch zu Anatomie und Naturforschung. Modernste didaktische Hilfen unterstützen die Besucherinnen und Besucher dabei.
 
Obwohl in einer eigenständigen Stiftung untergebracht, korrespondiert das Kindermuseum mit den übrigen Angeboten des Zentrum Paul Klee. Es kooperiert zudem auf nationaler und internationaler Ebene mit pädagogischen Diensten anderer Museen. Das Kindermuseum setzt sich zum Ziel, ab Eröffnung im Jahr 2005 als Kompetenzzentrum für die Vermittlung von Klees Werk weit herum anerkannt zu werden.“
 
Wir freuen uns auf fruchtbare Dialoge zwischen der Vermittlung des Zentrum Paul Klee in den Bereichen Sammlung, Wechselausstellungen und Kommunikation mit dem Kindermuseum.
 
Sommerakademie
Ein weiteres Element der Vermittlung des Zentrum Paul Klee ist die Sommerakademie, deren Gründung durch die Berner Kantonalbank bereits erwähnt wurde. Ihr designierter Direktor, Prof. Dr. Norberto Gramaccini, Ordinarius für Kunstgeschichte des Mittelalters an der Universität Bern, und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter werden die Vorbereitungsarbeiten Anfang nächsten Jahres aufnehmen. Die Sommerakademie orientiert sich am Leitbild des Zentrum Paul Klee und wird erstmals im Sommer 2006 durchgeführt werden. Neben Kursen, die mit hohen Zulassungsauflagen an die Studierenden verbunden sind, wird sie auch ein Weiterbildungsangebot für eine breitere Öffentlichkeit anbieten.
 
Museumsstrasse
Hervorheben möchte ich schliesslich ein letztes Vermittlungsangebot, das den üblichen Rahmen von Vermittlungsangeboten in Kunstmuseen sprengt: Die Museumsstrasse. Die Museumsstrasse ist die Hauptverkehrsader, Flaniermeile und transparente Verweilzone des Zentrums. Zugleich ist sie aber auch das Rückgrat der Kommunikation. Hier werden verschiedene traditionelle und elektronische Medien für eine vertiefende Bearbeitung der Ausstellungsbesuche für Gruppen und Einzelpersonen bereit stehen.
 
Diese Kommunikationszone stellt kein isoliertes System dar. Die Informationen, die in der Museumsstrasse abgerufen werden können, sind mit den übrigen portablen und stationären Informationsquellen im Haus verbunden.
 
Zum Gesamterlebnis gehören auch das weiträumige Areal, die Landschaftsskulptur und der Skulpturenpark, sowie die Angebote in den Bereichen Gastronomie und Shop. Auch hier hat das Leitbild Priorität, das heisst, die Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher einerseits und die Qualität von Kunst und Architektur andererseits setzen den Massstab für die Angebotsgestaltung.
 
Eröffnungswoche
Morgen nehmen wir die Arbeit wieder auf, und ab morgen stehen wir auf der Zielgeraden. Die Vorbereitungen für die Eröffnungswoche vom 20. – 26. Juni 2005 laufen bereits. Und so viel sei verraten: Das Zentrum Paul Klee wird, ganz im Sinne unseres Leitbildes, vom ersten Tag an für alle geöffnet sein. Vorher freuen wir uns, dass wir heute mit Ihnen den letzten grossen Meilenstein vor der Eröffnung feiern können. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim nun folgenden Auftritt von öff öff productions und dem anschliessenden Essen.
 
Ich danke Ihnen.

nach oben

  © 2009, Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3, Postfach 3000 Bern 31, Tel. +41 (0)31 359 01 01, Fax +41 (0)31 359 01 02, E-Mail:
  Impressum | Rechtliche Hinweise