|
|
 |
 |
 |
 |
 |
Standort und Ausstellungsgut sind gesichert
|
05.11.1998
|
Das Paul Klee-Museum soll in einem Neubau im Berner Schöngrünquartier untergebracht werden. Realisiert wird das Museum von der privatrechtlichen Maurice E. and Martha Müller Foundation (MMMF). Der Klee-Enkel Alexander stellt dem Museum seinen Werkanteil zur Verfügung. Insgesamt wird das neue Museum rund 40 Prozent des Gesamtwerks von Paul Klee ausstellen können.
|
Die grosszügige Schenkung von Frau Livia Klee-Meyer im Sommer 1997 ermöglichte es dem Kanton, der Einwohnergemeinde und der Burgergemeinde Bern, das Projekt zur Schaffung eines Paul Klee gewidmeten Museums in Bern zu starten. Ein gutes Jahr später hat nun der Gesamtprojektausschuss Paul Klee-Museum (GPAK) auf Antrag der einstimmigen Projektleitung (GPLK) und unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Organe entschieden, das Paul Klee-Museum im zentrumsnahen Schöngrünquartier zu bauen. Über seinen Entscheid hat der Gesamtprojektausschuss heute Donnerstag (5. November 1998) anlässlich einer Medienkonferenz in Bern orientiert. Dem Gesamtprojektausschuss gehören der Finanzdirektor des Kantons Bern Regierungsrat Dr. Hans Lauri, der Stadtpräsident von Bern Dr. Klaus Baumgartner und der Burgergemeindepräsident Dr. Kurt Hauri an. Mögliche Standorte in der Innenstadt geprüft Die Frage des Standortes ist in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit engagiert diskutiert worden. Dies vor allem deshalb, weil der ursprünglich vorgesehene Standort in einer dem Kunstmuseum direkt gegenüberliegenden städtischen Schulliegenschaft („Progr“) aus denkmalpflegerischer Perspektive die baulichen Eingriffe nicht zulässt, die notwendig wären, um ein Schulhaus in ein architektonisch und städtebaulich attraktives Museum verbunden mit einem Klee-Forschungszentrum umzubauen. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden in der Folge weitere mögliche Standorte in der Innenstadt von der Firma Metron AG umfassend evaluiert. Grosszügiges Geschenkangebot Als der emeritierte Orthopäde Prof. Maurice E. Müller und seine Gattin Martha Müller-Lüthi im Sommer 1998 den drei öffentlichen Gemeinwesen als Geschenk ein Terrain als Standort für das künftige Paul Klee-Museum sowie mindestens 30 Millionen Franken für dessen Errichtung offerierten, führte das bernische Stadtplanungsamt im Auftrag des Gesamtprojektausschusses parallel zur Machbarkeitsstudie in der Innenstadt eine Abklärung des Standorts Schöngrün durch. Entscheid für „Schöngrün“ Die Ergebnisse der beiden Studien belegen eindeutig, dass sowohl bei einem entsprechenden Standort in der Innenstadt als auch im Schöngrün eine gute Lösung für ein architektonisch und städtebaulich attraktives Paul Klee-Museum mit internationaler Ausstrahlung gefunden werden kann. So standen sich am Ende des Entscheidfindungsprozesses die Innenstadtvariante „Klee-Platz“ und der Standort Schöngrün gegenüber, die beide einen Neubau erlauben. Auf der Grundlage einer detaillierten Gegenüberstellung der wichtigsten Daten zu den beiden Standortvarianten hat der Gesamtprojektausschuss entschieden, den Standort Schöngrün zu wählen und damit das grosszügige Geschenk der Ehegatten Müller, das zusammen mit der Schenkung von Livia Klee-Meyer eine einmalige Chance für den Kanton und die Stadt Bern bedeutet, anzunehmen. Die Vertreter von Kanton, Stadt und Burgergemeinde haben an der Medienkonferenz Herrn Prof. Maurice E. Müller und seiner Gattin Martha Müller-Lüthi im Namen ihrer Behörden und der Bevölkerung für das grosszügige Geschenk gedankt. Maurice E. and Martha Müller Foundation (MMMF) gegründet Mit dem Zweck, den Bau des Paul Klee-Museums zu realisieren, ist gestern Mittwoch (4. November 1998) die privat-rechtliche Maurice E. and Martha Müller Foundation gegründet worden, in der Vertreterinnen und Vertreter der Familie Müller, der Familie Klee, der drei Gemeinwesen und des Kunstmuseums Einsitz haben. Für die Erschliessung des Museumsareals sowie den künftigen Betrieb des Museums werden Stadt und Kanton zuständig sein. Die Burgergemeinde wird einen Fonds für die Unterstützung von Wechselausstellungen und den Ankauf von Bildern äufnen. Werkanteil von Alexander Klee Am 3. November 1998 haben die Mitglieder des Gesamtprojektausschusses mit Alexander Klee Verträge unterzeichnet. Mit diesem Vertragswerk hinterlegt Alexander Klee beim Kunstmuseum und später beim Paul Klee-Museum seinen gesamten Werkanteil und räumt ihnen das Recht ein, seine Bilder auszustellen. Rund 40 Werke stellt er als Dauerleihgaben zur Verfügung. Darunter befinden sich Ölgemälde wie die Aarelandschaften, die um 1900 entstanden und die für das frühe Werk von Paul Klee von zentraler Bedeutung sind. Von grossem Gewicht sind weiter, um nur noch zwei Beispiele zu nennen, der Schauspieler von 1923 und die auf 1932 datierte Pyramide. Zu den Dauerleihgaben zählt u. a. auch eine Werkgruppe aus dem künstlerischen Umfeld von Paul Klee, es sind dies Bilder von Alexej von Jawlensky, Franz Marc und Marianne von Werefkin. Das Vertragswerk erteilt der öffentlichen Hand ausserdem ein Vorkaufsrecht an ungefähr 200 Werken aus dem Eigentum von Alexander Klee. 40 Prozent des Gesamtwerks im neuen Museum Die Bilder von Alexander Klee sind eine wichtige Ergänzung des grossen Geschenkes, das Livia Klee-Meyer, die Witwe des Klee-Sohnes Felix, mit ihrem Erbanteil der öffentlichen Hand gemacht hat. Ihre Schenkung umfasst nahezu 600 Titel, unter denen alle Phasen und Gattungen des Werkes von Paul Klee repräsentativ vertreten sind. So sind auch die legendären Handpuppen oder eine ganze Reihe von Hinterglasbildern darunter zu finden. Zusammen mit dem seinerseits sehr eindrücklichen Bestand der Paul-Klee-Stiftung (PKS) sowie weiteren dem Kunstmuseum gehörenden oder ihm zur Verfügung stehenden Klee-Bildern wird das künftige Paul Klee-Museum über einen Anteil von rund 40 Prozent des Gesamtwerks von ca. 10’000 Einzelwerken dieses für die Kunst des 20. Jahrhunderts so wichtigen Repräsentanten verfügen. Diese Summe und Vielfalt sind im Vergleich mit anderen monografischen Museen aussergewöhnlich. Neben Museum auch Forschungsstätte Das zukünftige Paul Klee-Museum hat neben seiner Aufgabe der Präsentation und Vermittlung dieser Werke auch die Funktion einer Forschungsstätte. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, ist für das Paul Klee-Museum der Zugang einerseits zur ständig wachsenden Dokumentation der Paul-Klee-Stiftung, andererseits aber auch zu den Archivalien aus dem Nachlass von Felix Klee von grosser Bedeutung. Diese Bestände haben Livia Klee-Meyer und Alexander Klee dem künftigen Museum in verdienstvoller Weise ebenfalls zugesichert.
|
|
 |
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
 |