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Gleichgewicht und Gravitation sind zentrale Themen in Paul Klees theoretischem und künstlerischem Schaffen. „Das Gefühl der Senkrechten ist in uns lebendig, damit wir nicht fallen […]. In besonderen Fällen verlängern wir die Waagrechte, wie der Seiltänzer mit einer Balancierstange“, schreibt Klee in seinen Unterrichtsnotizen zur „Bildnerischen Formlehre“ für die Vorlesung vom 12. 12. 1921. Während sich der Fisch losgelöst von den Gesetzen der Erdanziehung frei bewegen kann, ist der Mensch in seiner Bewegung auf der Erde durch die Macht des Lotes (der senkrechten Erdanziehung) in seiner „Lage“ eingeschränkt ist. „Diese Norm der Lage ist zu überwinden, denn Höhe ist Macht“, schreibt Paul Klee weiter. Er spricht von der existentiellen „Tragik“ des Menschen, die im Zwiespalt zwischen dem Gebunden-Sein des Körpers an die Erde und der Freiheit des Geistes zum Ausdruck kommt. „Und zur Milderung des Konfliktes, zur teilweisen Überbrückung der Kluft treibt ihn [den Menschen] sein Geist zu Erfindungen, die alle nach einer erhöhten physischen Beweglichkeit hin tendieren.“
Die Ausstellung „Irritation des Gleichgewichts – Zeitgenössische Kunst im Zentrum Paul Klee“ geht von Paul Klees Beschäftigung mit den physikalischen Gesetzen der Balance und der Gravitation aus: Gezeigt werden 15 künstlerische Positionen, die sich mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen. Sie sind raumbezogen installierte, so dass ein zusammenhängendes Ausstellungsbild entsteht, in dem sowohl die Regeln der Schwerkraft also auch das physische und psychische Gleichgewicht hinterfragt werden. Gezeigt werden Werke von: Samuel Beckett, Anna and Bernhard Blume, Teresa Hubbard/Alexander Birchler, Runa Islam, Wiliam Kentridge, Robert Longo, Ryuji Miyamoto, Bruce Nauman, Dennis Oppenheim, Cornelia Parker, Jason Rhoades, Christoph Rütimann, Roman Signer, Serge Spitzer und Jeff Wall. In der Klee-Sammlungspräsentation wurden anlässlich der neuen Ausstellung neue Akzente gesetzt.
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