Christoph Geiser liest aus «Die Spur der Hasen»
Lesung
Deutsch
domenica 10.1.2027
Inizio: 11:00
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Grandmaman russe – dass sie aus Russland stammte, erfuhr Christoph Geiser als Kleinkind; dass sie schizophren war, im Volksschulalter. Dass er eine jüdische Grossmutter hatte und folglich Vierteljude ist, erfuhr er zuallerletzt, als wär’s das Schlimmste. Grandmaman russe – Phantom und Phantasma seiner Kindheit. Was aber ist aus seiner russisch-jüdischen Familie geworden, aus den Saizeffs? Ein russischer Allerweltsname, der «Hase» bedeutet.
Im letzten Band der umfangreichen Werkausgabe begibt sich Christoph Geiser auf die Suche nach seiner jüdisch-chassidischen Grossmutter, die er nie gekannt hat und über deren Existenz in der Familie der Mantel des Schweigens gelegt wurde. «Was bleibt?», fragt er sich und kommt zum Schluss: Was bleibt, ist eine ohnmächtige Wut. Und – vielleicht – die Groteske als Lösung.
Christoph Geiser (*1949, Basel) blickt auf eine mehr als fünfzigjährige literarische Karriere zurück. In den bewegten Jahren um 1968 war er Mitbegründer der legendären Literaturzeitschrift drehpunkt. Er wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter der Grosse Literaturpreis von Stadt und Kanton Bern und der Schweizer Literaturpreis.
Moderation: Tabea Steiner